»Californien, Crispy Chicken & … Corona«

Wie beginnst du, etwas zu schreiben, in derart verrückten Tagen & Wochen, wo du seitens deiner Heimat pausenlos schlimme Infos liest – du jedoch zeitgleich die so ziemlich schönsten Wochen deines Lebens verbringst? Ich habe keine Ahnung, wie ich das unter einen Nenner bringen soll, ohne missverstanden zu werden. Ohne oberflächlich zu klingen, als würde es mich nicht jucken, was grad zu Hause und in Deutschland, Europa allgemein los ist. 

Der „Haken an der Sache“ ist, dass Corona hier, sowohl in Arizona als auch Kalifornien, wenig spürbar ist. Klar weiß ich nicht wie die Leute ihr Leben hier sonst gestalten, nur halte ich mich durchweg mit Amerikanern auf, bin nicht der klassische Tourist, welcher in einem Hotel untergebracht ist, sondern lebe mit ihnen. 24/7 seit drei Wochen. Entsprechend habe ich mittlerweile viel Zeit mit „unterschiedlichen“ Leuten verbracht um mir, so glaube ich, eine echte Meinung bilden zu können. Für mich, um es, wie o. e., einordnen zu können. 

Ich bin in ständigem Kontakt mit meiner Family. Und jedes Mal erleichtert, wenn wir telefonieren. Weil meine Eltern so leben, wie es auch die vergangenen Monate der Fall war. So ist es gut, so wird es auch die nächsten Wochen bleiben. So sind sie sicher. (Wie das klingt … wie in einem Film. Leider ist es, wie es ist. Alles wird gut, das steht für mich fest, ich lasse mich da nicht von abbringen.)

Vielmehr a) obliegt mir nicht und b) möchte ich dazu auch nicht schreiben. Es wird so viel geschrieben, teils unwissend abstruse Panik geschürt, dass ich mich darauf fokussiere, Meinungen von Experten zu lesen. Und somit auch nur äußern kann, was mich und meine Family betrifft, alles darüber hinaus … nope. 

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Worauf ich mich noch fokussiere: Jeden Moment, an dem wir hier unterwegs sind, um bloß nichts zu verpassen. Denn die Gefahr besteht konsequent. Sei es während der Fahrt, einer Pinkelpause, vor Ort in … wo und wann auch immer. Und das war in Kalifornien völlig abgefahren. Die Fuji war nonstop an, mein Finger auf dem Auslöser. Selbst ein kurzes Verkrampfen meines Zeigefingers hat nichts daran geändert. 

Als wir in Newport Beach ankamen, hat’s mich sofort umgehauen. Die Eindrücke, die ich schon in den Tagen zuvor hatte, wurden hier noch einmal anständig getoppt. Unfassbar geil. Entsprechend haben wir nach 7-8 Stunden Fahrt den Rest des Tages & den Abend am Strand verbracht. Wow. Unvergesslich.

Für Montag war ursprünglich mieses Wetter angekündigt – glücklicherweise konnten wir unsere Pläne über den Haufen werfen, weil nach dem Frühstück die Sonne raus kam. Der ursprüngliche Plan bestand halt darin, den „California Highway“ an der Pazifikküste entlang zu fahren, um hier oder dort einen Stopp einzulegen. Je nach Wetterlage. Weil jedoch spontan die Sonne am Start war, sind wir ein paar kurze Meilen raus nach „Huntington Beach“ gefahren. Dem Surfer Paradies.

Und wieder hat’s mich direkt aus den Schuhen gehauen … yeah!

Dienstagmorgen waren wir zum Kaffee bei Pamela in „Santa Ana“ eingeladen, in der Gegend von Kobe Bryants Wohnhaus. An den Courts vorbei zu fahren, wo er oft draußen mit den Leuten gezockt hat …  Gute Zeit bei Pamela, wieder gute Gespräche, wieder ein cooler Hund vor Ort – und von ihr aus mussten wir nochmals an den Strand, weil der espressoartige Wachkicker unseren Hintern auf dem Autositz keine Ruhe ließ. Definitiv die richtige Entscheidung. 

Und dann hat es sich doch noch ergeben, ein paar Meilen des Highways entlang der Küste bis kurz hinter „Laguna Beach“ mitzunehmen. Vom Timing her optimal, endlich wurde es mal bewölkt, für etwas mehr Drama in den Fotos. Sozusagen. 

Als wir uns die Crispy Chicken reingepfiffen haben, hatte ich die Kamera nicht mit dabei – Leute beim Essen fotografieren ist ja bekanntlich eh … schwierig. Abgerundet mit einer eiskalten Dr Pepper Diet Coke sind wir dann zurück nach Hause durchgestartet. Wieder ideales Timing – mit der Sonne im Rücken für satte, kontrastreiche Fotos. Ein Segen für mich, wo ich nicht so der Riesenfan von Gegenlichtaufnahmen bin. 

Leider waren es nur drei Tage, bei diesem Ausflug. Was so geplant und demnach von vornherein klar gewesen ist: Denn es gibt hier einfach zu viel zu entdecken, entsprechend bleibt während dieser Reise nicht mehr Zeit für jeweilige Kurztripps. Was unterm Strich aber passt, weil ich mit einer Insiderin unterwegs bin, die mir erspart, unnötig Zeit an weniger interessanten Orten zu verbringen, um die Highlights einzusammeln 😉

Und morgen steht bereits unsere nächste Tour an. Hummeln im Hintern … ich packe schon mal das Kamerazeugs zusammen. High Five!

(P.S. Alles, alles Gute nach Hause. Bleibt gesund. In den Momenten in denen ich nicht auf dem Auslöser meiner Kamera fixiert bin, drücke ich die Daumen.)

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