»Cheers | À Votre Santé«

Die Frage, ob ich Produkte fotografieren kann, hab ich mir häufiger gestellt. Im Zuge eines Business-Shootings ergibt das für mich oftmals einen logischen, zweckmäßigen Sinn. Halt dahingehend, dem Kunden ein gewisses Mehr anzubieten; abseits meiner Fotografie seiner Mitarbeiter. So könnte ich zwei, drei Fliegen mit einer Klatsche erledigen, sprichwörtlich – und dem Geschäftskunden dadurch gleichzeitg weitere Kosten ersparen – wo er ggf darüber hinaus einen weiteren Fotografen beauftragen müsste.

Nur, weil ich mir diese Frage stell(t)e hat das ja erst einmal nix zu bedeuten. Ich bin mir bewusst darüber: Sollte ich Produkte fotografieren, die der Außenwirkung des Unternehmens in kaum einer Weise gerecht würden – … forget it. Hier gilt es weniger, meinen Stil zu verfolgen, als vielmehr nach außen hin dem Kunden orientierend zu entsprechen. Auch das ist mir deutlich klar.

Am Ende ist es, wie so oft. »Interessiert mich das Produkt? Kann ich einen Bezug dazu aufbauen?“

Während meiner Ausbildung zum Industriekaufmann bei Miele bin ich gescheitert. Latent hing das schlussendlich vielleicht auch mit dem Produkt zusammen. Ich konnte einfach keinen Bezug zu Waschmaschinen aufbauen, so geil, zuverlässig und großartig diese Maschinen von Miele, auch waren – und sind. Meine Miele im Keller beweist es mir tagein, tagaus. Hätte ich jedoch meine Ausbildung »für« einen Autohersteller absolviert … es hätte v-i-e-l-l-e-i-c-h-t-ein besseres, erfolgreicheres Ende genommen.

Whatever. Ich war jung und ließ mich beeinflussen.

»Interessiert mich das Produkt? Kann ich einen Bezug dazu aufbauen?“

Diese Fragen sind eloquent wichtig. Gleichbedeutend mit Bock drauf. Und zwar richtig Bock drauf. Ohne einen Bezug zu infrage kommendem – wird es sowieso nichts. Es ist, wie es ist: Nur wenn ich mir das offen und ehrlich eingestehe, funktioniert es, kann ich dahingehend arbeiten und im Anschluss daran gut schlafen – um mich im Anschluss daran der Bildbearbeitung zu widmen.

Flutlicht

Wenn ich hier nun (rein) alkoholische Getränke fotografiert habe – dann ist das egal. Es hätte was auch immer sein können, am Ende braucht unser Körper Flüssigkeit. Nur: Die Hersteller dieser Drinks scheinen sehr lässige Marketing-Agenturen zu beauftragen, mit dem Ziel, ihr Produkt stylish zu verpacken.

Und das macht es dann für mich interessant. Man kann auch eine leere Flasche in Szene setzen – ich kann es nicht. Vermutlich nicht, keine Ahnung. Wenn dieser Flasche jedoch ein geiles Logo aufgeklebt … dann, … tauche ich ein. Dann versuche ich, den Typen zu verstehen, der sich, was auch immer, bei der Entstehung dieses Logos, gedacht hat. Das macht mir Bock, auf mehr, mich in etwas rein zu versetzen.

Jesses, klingt das abgehoben; pardon. Ich ticke halt so. Schere ich mich nicht um etwaige Hintergedanken Dritter, sozusagen, würde ich es, mich, als oberflächlich sehen. Ist halt so.

Jack Honey

(Jetzt hat mich ‚Unitymedia‘ grad mal wieder eine halbe Stunde komplett offline gestellt. Der Faden war grad noch … )

Produkte. Hier: Flaschen. Coole Logos … Ja, es gibt sehr abgefahrene Kreativ-Agenturen. Die, kann man das so sagen, mutig sind – nicht explizit auf Getränke abzielend, vielmehr bieten – und …

Relevant arbeiten. Dort kreieren Leute etwas, die sich Gedanken machen. Ich mag diese Relevanz. Von typisch bis zu absurd-schön. Wenn Neues, Geiles, Kreatives angeboten wird. Worin ich mich unbedingt versuchen möchte – es auszuprobieren.

Scheitern kann ich nur, wenn ich etwas nicht versuche.

Ob es die Fotografie von Produkten ist? Ich glaube, sie als sehr interessant zu empfinden, entsprechend gestalten, umsetzen zu können, wenn ich derartig lässige Vorlagen sehe, diese im Sucher meiner Kamera erscheinen.

High Five!

Flitlicht
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